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km 0 Bockenheim Schweigen km 85

Wandern & Pfälzerwald

Pfälzer Waldpfad: Fernwanderweg durch den Pfälzerwald

Rund 130 Kilometer quer durch den Wald, von Schopp bis zum Weintor

Stand: · 9 Min. Lesezeitrund 130 km · 8 Etappen · Schopp bis Schweigen

Schmaler Erdpfad durch einen Buchenwald mit bemoosten Sandsteinblöcken im Frühjahr
Buchenwald Der Waldpfad führt fast nur durch Wald. Symbolbild

Kurz gesagt

Der Pfälzer Waldpfad ist ein Fernwanderweg von rund 130 Kilometern, der in acht Etappen vom Bahnhof Schopp bei Kaiserslautern quer durch den Pfälzerwald bis zum Deutschen Weintor in Schweigen führt. Er verläuft fast nur im Wald, über Sandsteinfelsen, durch Bachtäler und an Weihern vorbei, mit rund 2.700 Höhenmetern im Aufstieg. Ältere Quellen nennen noch 142 Kilometer.

Was ist der Pfälzer Waldpfad, und wie lang ist er?

Der Pfälzer Waldpfad ist der mittlere der drei Pfälzer Fernwanderwege und der einzige, der den Pfälzerwald von Nord nach Süd in seiner ganzen Tiefe durchquert. Während der Pfälzer Weinsteig am Waldrand über den Weinorten bleibt, führt der Waldpfad durch das Innere des Mittelgebirges: durch lange Täler, über die bewaldeten Höhen um Johanniskreuz und Merzalben und schließlich durch das Dahner Felsenland im Wasgau. Erst auf den letzten Kilometern vor Schweigen öffnet sich die Landschaft wieder zu den Weinbergen.

Die Pfalz.Touristik gibt die Länge mit rund 130 Kilometern an. Ihr GPS-Track misst 129,1 Kilometer, 2.737 Meter im Aufstieg und 2.813 Meter im Abstieg bei einer reinen Gehzeit von 38 Stunden. Die acht Etappenbeschreibungen ergeben zusammen gut 130 Kilometer, ihre Aufstiege summieren sich allerdings auf gut 3.100 Meter, weil jede Etappe die Wege zu Haltestellen und Ortsmitten mitzählt. Rechnen Sie daher für die Planung eher mit 3.000 als mit 2.700 Höhenmetern.

Ältere Wanderführer und auch Wikipedia beschreiben noch eine Fassung mit 142 Kilometern und neun Etappen, die am Hauptbahnhof Kaiserslautern begann und über den Betzenberg ins Finsterbrunnertal führte. Heute beginnt der Weg am Bahnhof Schopp; das Stück von Kaiserslautern ins Finsterbrunnertal ist als Zuweg ausgeschildert. Wer die alte Gesamtstrecke gehen möchte, kann also weiterhin in Kaiserslautern starten und hat einen zusätzlichen Wandertag vor sich.

Nach der Wegeanalyse der Pfalz.Touristik besteht der Waldpfad zu knapp der Hälfte aus Naturwegen (rund 63 Kilometer) und zu knapp einem Drittel aus schmalen Pfaden (rund 37 Kilometer). Asphalt und Straße machen zusammen nur gut 13 Kilometer aus. Der höchste Punkt liegt auf dem Weißenberg bei Merzalben, den die Etappenbeschreibung mit 607 Metern angibt; der Track selbst erreicht 597 Meter, weil er den Gipfelturm nicht mitzählt. Der tiefste Punkt liegt mit 178 Metern am St. Germanshof an der französischen Grenze.

Wie ist der Weg markiert, und welche Auszeichnungen hat er?

Der Waldpfad trägt ein quadratisches Logo mit einer grün-weißen Welle und dem Namen des Wegs, aufgebaut wie die Zeichen von Pfälzer Weinsteig und Pfälzer Höhenweg. Es steht an Bäumen, Pfosten und in den Orten an Laternen. Zuwege zu Bahnhöfen und Ortsmitten sind mit demselben Zeichen in abgewandelter Farbe markiert. Auf dem kurzen Abschnitt in Frankreich zwischen dem St. Germanshof und Schweigen ändert sich das System: Dort ist das Waldpfad-Logo nur klein auf den weißen Wegweisertafeln des Vogesenclubs angebracht.

Wie die beiden anderen Fernwanderwege hat der Waldpfad das Prädikat „Qualitätsweg Wanderbares Deutschland“ des Deutschen Wanderverbands. Nach Angaben der Pfalz.Touristik wurden die drei Wege 2023/24 zum fünften Mal in Folge bestätigt. 2023 gewann der Pfälzer Waldpfad den trekking-Award der gleichnamigen Fachzeitschrift in der Kategorie für Fernwanderwege. Die Eröffnung fiel in das Frühjahr 2011, als die Pfalz ihre drei Fernwanderwege nacheinander in Betrieb nahm.

Welche Etappen hat der Pfälzer Waldpfad?

Die acht Etappen sind zwischen 10,4 und 22,4 Kilometer lang. Die Werte stammen aus den Etappenbeschreibungen im Tourenportal der Pfalz.Touristik; die Gehzeiten sind reine Gehzeiten ohne Pausen und, wie dort angegeben, bei Etappe 3 und 4 auffällig ungleich verteilt.

Nr.Von – bisLängeAufstiegGehzeitHöhepunkte
1Schopp – Johanniskreuz15,3 km289 m4:10 hBerg-frei-Fels, Moosalbtal mit Unter-, Mittel- und Oberhammer, Karlstalschlucht, Haus der Nachhaltigkeit
2Johanniskreuz – Heltersberg14,4 km294 m4:05 hHindenburgkiefer, Burgalbweiher, Molkenbrunnen, Kieselweiher
3Heltersberg – Rodalben17,9 km471 m3:45 hSeelenfelsen, Ruine Heidelsburg, Wallfahrtsort Maria Rosenberg, Orleberg
4Rodalben – Merzalben10,4 km239 m4:35 hHänge über Rodalben, Rodalbtal, ehemaliger Birkwieserhof
5Merzalben – Hauenstein22,4 km444 m6:45 hBurg Gräfenstein, Winschertkopf, Weißenberg mit Luitpoldturm, Ruine Falkenburg
6Hauenstein – Dahn15,4 km446 m4:55 hFelsentor, Paddelweiher, Queichquelle, Winterkirchel, Jungfernsprung
7Dahn – Erlenbach17,2 km430 m5:10 hHochstein, Burgengruppe Altdahn, Kahlenberg, Ruine Drachenfels
8Erlenbach – Schweigen-Rechtenbach17,2 km524 m5:15 hBurg Berwartstein, Seehofweiher, St. Germanshof, Abschnitt in Frankreich, Deutsches Weintor

Gleich die erste Etappe führt durch die Karlstalschlucht bei Trippstadt, in der die Moosalbe über Stromschnellen und Sandsteinblöcke fließt; an den drei Hämmern im Tal stand früher die Eisenverarbeitung. Etappe 2 bis 4 sind die ruhigsten des Wegs, mit Weihern, Brunnen und langen Waldpassagen. Die längste Etappe 5 gilt als Königsetappe: Sie steigt von Merzalben zur Burg Gräfenstein mit ihrem siebeneckigen Bergfried und weiter auf den Weißenberg, wo der Luitpoldturm über die zentralen Höhen des Pfälzerwalds blickt. Ab Hauenstein beginnt der Wasgau mit seinen Felstürmen und Burgruinen, der den Charakter der letzten drei Etappen bestimmt.

Dunkler Waldweiher mit Schilf und Kiefern im Morgennebel, ein Pfad am Ufer
Waldweiher Weiher am Weg durch den Pfälzerwald. Symbolbild

Wie unterscheidet sich der Waldpfad von Weinsteig und Höhenweg?

Der Waldpfad ist der einsamste der drei Fernwanderwege: Er hat die wenigsten Höhenmeter je Kilometer, aber auch die wenigsten Orte, und zwischen den Etappenzielen liegen oft zehn und mehr Kilometer Wald ohne Einkehr. Der Weinsteig ist länger und steiler und kommt täglich durch mehrere Weindörfer, der Höhenweg im Norden ist offener und führt über Felder und Kuppen. Beide Südwege enden am Deutschen Weintor, sodass sich Waldpfad und Pfälzer Weinsteig zu einer großen Runde durch die Pfalz verbinden lassen.

MerkmalPfälzer WaldpfadPfälzer WeinsteigPfälzer Höhenweg
Längerund 130 kmoffiziell 172 km114 km
Etappen8117
Aufstiegrund 2.700 mrund 5.700 mrund 3.200 bis 3.400 m
Start – ZielSchopp – SchweigenBockenheim – SchweigenWinnweiler – Wolfstein
Landschaftgeschlossener Wald, Täler, Felsen im WasgauWaldrand der Haardt, Wechsel Wald und RebenNordpfälzer Bergland, Kuppen, Felder, kleine Wälder
Orte und Einkehrwenige, Etappen oft ohne Einkehrviele Weindörfer und HüttenKleinstädte, wenige Hütten

Wo übernachten und kehren Sie unterwegs ein?

Übernachten können Sie in allen Etappenorten, meist in Gasthöfen, Pensionen und Ferienwohnungen; in Johanniskreuz gibt es Gastronomie mit Zimmern. Weil das Angebot in den kleinen Waldorten begrenzt ist, rät die Pfalz.Touristik, früh zu buchen. Für die drei Fernwanderwege gibt es Pauschalen mit Gepäcktransport, die Sie über die Pfalz.Touristik und die örtlichen Tourist-Informationen finden. Zuwege erschließen zusätzliche Etappenorte mit Unterkünften, etwa Trippstadt, Waldfischbach-Burgalben, Pirmasens und Münchweiler an der Rodalb. Zelten ist im Wald nicht frei erlaubt; der Pfälzerwald hat dafür eigene, vorab buchbare Trekkingplätze.

Bewirtschaftete Hütten liegen am Waldpfad seltener als am Weinsteig, dafür an markanten Stellen. Auf Etappe 1 ist es das Naturfreundehaus Finsterbrunnertal der NaturFreunde Kaiserslautern, auf Etappe 2 das Naturfreundehaus Heltersberg der dortigen NaturFreunde-Ortsgruppe, das nach Angaben der Pfalz.Touristik seit Juni 2025 wieder Gaststätte und Übernachtung anbietet. Am Ende von Etappe 3 steht über Rodalben das Hilschberghaus der PWV-Ortsgruppe Rodalben, auf Etappe 5 die Gräfenstein-Hütte unterhalb der gleichnamigen Burg (PWV-Ortsgruppe Merzalben). Etappe 6 führt am Wanderheim Dicke Eiche der PWV-Ortsgruppe Hauenstein vorbei, Etappe 7 an der Drachenfelshütte der Ortsgruppe Busenberg. Die Öffnungstage wechseln mit der Saison; bitte prüfen Sie sie vor dem Besuch beim Verein, wie es das Verzeichnis der Pfälzerwald-Hütten beschreibt.

Wie kommen Sie mit Bus und Bahn an Start und Ziel?

Der Start ist bequem mit der Bahn erreichbar: Schopp liegt an der Strecke von Kaiserslautern nach Pirmasens, und der Weg beginnt direkt am Bahnhof. Weitere Bahnhöfe mit Zuweg sind nach Angaben der Pfalz.Touristik Kaiserslautern, Waldfischbach-Burgalben, Pirmasens, Rodalben, Münchweiler an der Rodalb, Hauenstein, Dahn und am Ende Wissembourg auf französischer Seite. Hauenstein liegt an der Queichtalbahn zwischen Landau und Pirmasens, sodass sich die Etappen 5 und 6 gut als Tagestouren mit Zug planen lassen. Die Strecke nach Dahn ist eine saisonale Ausflugsbahn, die 2026 nur zeitweise und nur bis Dahn Süd fuhr; prüfen Sie vor der Fahrt den aktuellen Fahrplan.

Ins Karlstal und zum Naturfreundehaus Finsterbrunnertal fährt die Buslinie 170 aus Kaiserslautern, die abwechselnd in beiden Richtungen über Stelzenberg, Karlstal und Trippstadt verkehrt; an der Eisenschmelz hält zusätzlich die Linie 180. Heltersberg und Merzalben haben Bushaltestellen in der Ortsmitte, an denen die Etappen enden. Am Ziel hält an der Haltestelle Schweigen-Rechtenbach Weintor ein Bus; zum Bahnhof Wissembourg sind es rund drei Kilometer zu Fuß. Wer mit dem Auto anreist, parkt am Bahnhof Schopp und fährt am Ende mit Bus und Bahn zurück. Fahrpläne finden Sie in der Auskunft des Verkehrsverbunds Rhein-Neckar und im DB Navigator.

Wann ist die beste Zeit für den Waldpfad?

Am angenehmsten ist der Waldpfad von April bis Juni und von September bis Anfang November. Im Frühjahr sind die Bäche voll und das Laub frisch, im Herbst färben sich die Buchen- und Eichenwälder, und im Wasgau leuchten die roten Felsen im tief stehenden Licht. Im Hochsommer bietet der geschlossene Wald viel Schatten; der Seehofweiher auf der letzten Etappe ist dann ein Badeplatz. In trockenen Sommern steigt jedoch die Waldbrandgefahr, Feuer und Rauchen sind im Wald ohnehin verboten. Im Winter ist der Weg begehbar, die Tage sind aber kurz, viele Hütten haben nur an Wochenenden geöffnet, und vereiste Felspfade im Felsenland verlangen Vorsicht.

Wer nur einzelne Tage hat, wählt Etappen mit Bahnhof oder Bus an beiden Enden. Etappe 1 von Schopp nach Johanniskreuz zeigt die Karlstalschlucht, Etappe 6 von Hauenstein nach Dahn das Felsenland mit dem Jungfernsprung, Etappe 8 endet am Weintor mit Blick über Wissembourg. Eine Übersicht über weitere Wege, Landschaften und Wegtypen gibt die Seite zum Pfälzerwald und Biosphärenreservat.

Unterkunft & Camping in der Pfalz

Übernachten lässt sich fast überall: beim Winzer, im Hotel in der Altstadt oder auf dem Campingplatz am Waldrand. Zu Mandelblüte, Wurstmarkt und Weinlesefest früh buchen.

  • Weingut & Gästezimmer

    Viele Weingüter vermieten Zimmer oder Ferienwohnungen, oft mit Weinprobe im Hof.

    Übernachten beim Winzer
  • Hotel & Ferienwohnung

    Bad Dürkheim, Deidesheim, Neustadt, Landau und Bad Bergzabern bieten die größte Auswahl.

    Hotels in der Pfalz
  • Camping & Wohnmobil

    Plätze am Rand des Pfälzerwalds, an Badeseen und Stellplätze bei Weingütern.

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Pfalz.info ist unabhängig und vermittelt keine Buchungen.

Häufige Fragen zum Pfälzer Waldpfad

Wie viele Tage braucht man für den ganzen Waldpfad?

Mit den acht offiziellen Etappen sind es acht Wandertage. Geübte Wanderer legen die kurze Etappe 4 mit Etappe 3 oder 5 zusammen und kommen mit sieben Tagen aus. Mit dem Zuweg ab Kaiserslautern und einem Ruhetag sollten Sie zehn Tage einplanen.

Warum nennen manche Quellen 142 Kilometer?

Die ursprüngliche Fassung begann am Hauptbahnhof Kaiserslautern und hatte neun Etappen. Heute beginnt der Weg in Schopp, und das Stück aus Kaiserslautern ist ein Zuweg. Die Pfalz.Touristik nennt deshalb rund 130 Kilometer und acht Etappen.

Führt der Weg wirklich durch Frankreich?

Ja, auf der letzten Etappe verläuft er nach dem St. Germanshof ein kurzes Stück auf französischem Gebiet oberhalb von Wissembourg und kehrt durch die Weinberge nach Schweigen zurück. Dort gilt die Beschilderung des Vogesenclubs mit kleinem Waldpfad-Logo.

Darf der Hund mit?

Ja. Die Pfalz.Touristik bittet darum, Hunde auf dem ganzen Weg an der Leine zu führen. Auf Felspfaden und Treppen im Felsenland ist das auch für das Tier sicherer; in Hütten und Unterkünften gelten eigene Regeln.

Braucht man trotz Markierung eine Wanderkarte?

Die Pfalz.Touristik empfiehlt eine Karte oder einen GPS-Track, um bei Gewitter, Sperrungen oder im Notfall schnell einen sicheren Weg zu finden. Im Notfall helfen die grünen Rettungspunktschilder mit weißem Kreuz und Nummer, die Sie beim Notruf angeben.

Quellen: Pfalz.Touristik: Pfälzer Waldpfad (Tourendaten, Etappen, Anreise); Pfalz.Touristik: Die drei Pfälzer Fernwanderwege; Pfälzerwald-Verein: Öffnungszeiten der Hütten abfragen; Wikipedia: Pfälzer Waldpfad. Stand: Oktober 2026.