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km 0 Bockenheim Schweigen km 85

Wandern & Pfälzerwald

Wasgau: Felsenland im Süden des Pfälzerwalds

Felstürme, Burgruinen und Weiher zwischen Queich und Nordvogesen

Stand: · 8 Min. Lesezeit

Rote Buntsandsteinfelsen ragen aus herbstlichem Mischwald vor runden bewaldeten Hügeln
Wasgau Felsen und Wald im Süden des Pfälzerwalds. Symbolbild

Kurz gesagt

Der Wasgau ist der südliche Teil des Pfälzerwalds zwischen dem Queichtal und der französischen Grenze, der sich im Elsass und in Lothringen als Nordvogesen fortsetzt. Typisch sind Kegelberge, über 200 Felsmassive und Felstürme aus rotem Buntsandstein, viele Burgruinen und kleine Weiher. Zentren für Wanderer sind Dahn, Hauenstein und Annweiler.

Was ist der Wasgau, und woher kommt der Name?

Der Wasgau ist eine deutsch-französische Mittelgebirgslandschaft, die den Südteil des Naturraums Pfälzerwald bildet. Auf pfälzischer Seite reicht er von einer Linie Pirmasens–Landau, die ab Wilgartswiesen dem Lauf der Queich folgt, bis zur Staatsgrenze; jenseits der Grenze setzt er sich bis zur Zaberner Steige fort, wo die eigentlichen Vogesen beginnen. Im Osten endet er am Rand der Rheinebene bei Albersweiler, Bad Bergzabern und Wissembourg, im Westen geht er bei Pirmasens und Eppenbrunn fließend in die Westricher Hochfläche über. Mit dem französischen Teil umfasst der Wasgau etwa 1.300 Quadratkilometer.

Der Name hat denselben Ursprung wie das Wort Vogesen. Beide gehen auf den keltischen Berg- und Waldgott „Vosegus“ zurück, dessen Name die Römer für das Gebirge übernahmen. Im Französischen wurde daraus „Vosges“, im Mittelhochdeutschen „Wasigen“, woraus sich Wasgenwald und Wasgau entwickelten; die Endung erinnert an den mittelalterlichen Gau als Verwaltungseinheit. Durch die Grenze trennten sich die Bezeichnungen: In Frankreich heißt der Gebirgsteil heute Nordvogesen („Vosges du Nord“), in der Pfalz Wasgau oder südlicher Pfälzerwald. Grenzüberschreitend wird der Name Wasgau aber wieder für beide Teile verwendet. Beide gehören zum Biosphärenreservat Pfälzerwald-Nordvogesen, das der Überblick zum Pfälzerwald als Landschaft und Biosphärenreservat ausführlich beschreibt.

Von den Bergen weiter nördlich unterscheidet sich der Wasgau durch sein kleingliedriges Relief. Statt langer Rücken stehen hier einzelne, oft kegelförmige Berge mit abgerundeten Kuppen, die meist 400 bis 500 Meter erreichen; dazwischen liegen breite Talmulden mit Wiesen und Dörfern. Der höchste Berg des gesamten Wasgaus ist der Große Wintersberg (581 m) bei Niederbronn-les-Bains im Elsass, knapp dahinter folgt der Rehberg (576,8 m) bei Annweiler, die höchste Erhebung im deutschen Teil.

Welche Landschaften gehören zum Wasgau?

Kern des Wasgaus ist das Wasgauer Felsenland zwischen Annweiler im Nordosten und dem Raum Dahn im Südwesten, wo die meisten Felsen und Burgen stehen. Darum herum liegen ruhigere Waldgebiete. Die Tabelle folgt der naturräumlichen Gliederung; die Höhen nennen jeweils die höchsten Berge.

TeilraumLageCharakterHöhen
Dahner Felsenlandum Dahn, Hauenstein, Busenberg, Erfweiler, Fischbachdichteste Felslandschaft, 16 Burgen und Burgruinen, Wieslautertalbis 513 m (Großer Eyberg)
Annweiler Felsenland und Trifelslandum Annweiler, Albersweiler und das QueichtalBurgen Trifels, Anebos und Scharfenberg, Rehberg mit Aussichtsturm, Asselsteinbis 576,8 m (Rehberg)
Westlicher Wasgauum Eppenbrunn und Pirmasensstillere Wälder, Altschlossfelsen, Übergang zur Westricher HochflächeGroßer Mückenkopf 484,9 m, Hohe List 475,8 m
Östlicher Wasgauzwischen Bundenthal, Bobenthal und Bad BergzabernMundatwald, Kastanienhänge zur Weinstraße, Stäffelsbergbis 560,5 m (Hohe Derst)
Südlicher Wasgauin Lothringen und im Elsassniedrigere Berge bis zur Zaberner Steigebis 526 m (Wasenkoepfel)

Das Dahner Felsenland deckt sich weitgehend mit der Verbandsgemeinde Dahner Felsenland, zu der die Stadt Dahn und 14 Dörfer gehören. Das Deutsche Wanderinstitut hat es im Januar 2019 als Premium-Wanderregion ausgezeichnet, nach Angaben der Pfalz.Touristik als erste in der Pfalz. Im Hauensteiner Gebiet am Oberlauf der Queich liegen die Felsen etwas weiter auseinander, dafür sind Wiesentäler und Kastanienwälder typisch.

Wie sind die Felsen entstanden, und welche Formen gibt es?

Die Felsen des Wasgaus sind Reste besonders harter Gesteinsschichten, die stehen blieben, als die weicheren Schichten ringsum abgetragen wurden. Der Buntsandstein wurde vor rund 250 Millionen Jahren in einer Wüstenlandschaft abgelagert; mit der Bildung des Oberrheingrabens wurde er gehoben und zerbrach. Im Süden des Pfälzerwalds war diese Aufwölbung besonders stark, deshalb ist das Deckgebirge hier weitgehend abgetragen. Übrig blieben die harten, quarzreichen Trifels- und Rehbergschichten des Unteren Buntsandsteins. Wind, Frost und Wasser formten daraus Türme, Riffe und Tische; die rote Farbe stammt vom Eisenoxid im Gestein.

FormMerkmalBeispiele
Felsrifflanger, schmaler Felsgrat auf einem BergrückenLämmerfelsen bei Dahn, Heidenpfeiler und Buhlsteine bei Busenberg, Altschlossfelsen bei Eppenbrunn (fast 2 km)
Felswandbreite, senkrechte WandAsselstein bei Annweiler
Felsturmfreistehende SäuleHühnerstein bei Hauenstein, Jungfernsprung über Dahn
Tischfelsbreite Platte auf schmalerem SockelTeufelstisch bei Hinterweidenthal
Felsspalte und Felstorschmale Durchgänge und ÖffnungenBraut und Bräutigam bei Dahn, Eilöchelfelsen bei Busenberg
Felsklotz mit Burgmassiver Block auf einem KegelbergLindelbrunn bei Vorderweidenthal, Berwartstein bei Erlenbach

An vielen Felsen sehen Sie Wabenverwitterung, ein Muster aus kleinen Löchern und Rippen, sowie gesimsartige Überhänge. Auf den Gipfeln wachsen Krüppelkiefern, Heidekraut und anspruchslose Gräser. Einige Felsen tragen Burgruinen, denn im Mittelalter nutzten die Bauherren die natürlichen Festungen; Felsenburgen sind im Wasgau deshalb besonders häufig. Dazu gehören die Reichsburg Trifels bei Annweiler, die Dahner Burgengruppe mit Altdahn, Grafendahn und Tanstein, der restaurierte Berwartstein des Ritters Hans von Trotha und der 1523 zerstörte Drachenfels bei Busenberg. Die Burgen beschreibt Pfalz.info in einer späteren Rubrik ausführlich.

Sandsteinfels mit waagrechten Schichten und Kiefern auf dem Gipfel, von unten durch Buchenlaub gesehen
Felsen Schichtfels im Wasgau. Symbolbild

Welche Orte und Weiher eignen sich als Ziel?

Die meisten Wanderer wohnen in Dahn, Hauenstein oder Annweiler, weil diese Orte an der Bahn liegen und viele Wege dort beginnen. Dahn ist Luftkurort und Mittelzentrum des Felsenlands; über der Stadt ragt der rund 70 Meter hohe Jungfernsprung auf, um den sich eine Sage rankt. Hauenstein war lange ein Zentrum der Schuhindustrie. Das Deutsche Schuhmuseum dort zeigt Schuhproduktion und Industriegeschichte, darunter eine Mustersammlung der Schuhfabrik Salamander mit über 4.000 Paaren; es ist nach Angaben der Pfalz.Touristik (Stand Oktober 2026) täglich von 9:30 bis 17 Uhr geöffnet. Annweiler liegt unter den drei Burgen am Trifels und am Fuß des Rehbergs.

Kleinere Orte wie Busenberg, Erfweiler, Schönau, Fischbach oder Ludwigswinkel sind Ausgangspunkte für ruhigere Touren. Natürliche Seen gibt es im Wasgau nicht. Die Weiher, auch Wooge genannt, wurden im Mittelalter und in der frühen Neuzeit für Fischzucht, Mühlen und Hammerwerke angestaut oder dienten der Holztrift. Heute sind sie Rastplätze und Badestellen. Unterhalb der Burg Berwartstein bei Erlenbach liegt der Seehofweiher mit Liegewiese, zwischen Fischbach und Ludwigswinkel der Mühlenweiher Saarbacherhammer. Um Ludwigswinkel und Fischbach liegen zudem Moore und Bruchwälder, etwa das Naturschutzgebiet Königsbruch bei Fischbach. Zwei Prädikatswege der Pfalz.Touristik, die Pfälzer Seentour und die Pfälzer Moortour, führen zu diesen Feuchtgebieten.

Waldweiher mit Seerosen und Sandsteinufer, Schilf und Kiefern im Spätsommer
Weiher Weiher im Wasgau. Symbolbild

Welche Wanderwege führen durch den Wasgau?

Der Wasgau hat ein dichtes Netz kurzer Premiumwege, die gezielt von Fels zu Fels führen, und wird von mehreren Fernwegen durchquert. Der bekannteste Rundweg ist der Dahner Felsenpfad mit seinen Felstürmen, 2008 als Premiumweg eröffnet. Weitere Prädikatswege sind der Felsenland Sagenweg ab Dahn, der Hauensteiner Schusterpfad, der Rimbachsteig bei Schwanheim, der Busenberger Holzschuhpfad und die Hinterweidenthaler Teufelstisch-Tour. Der Pfälzer Waldpfad kommt auf seinem Weg nach Schweigen durch das Felsenland, Fernwanderwege wie Pirmasens–Belfort und Donnersberg–Donon kreuzen das Gebiet. Eine Auswahl von Tagestouren mit Länge und Charakter finden Sie bei den schönsten Rundwanderungen in der Pfalz.

Einkehren können Sie in den Hütten des Pfälzerwald-Vereins, die an vielen dieser Wege liegen. Beispiele sind die Dahner PWV-Hütte im Schneiderfeld westlich von Dahn (Ortsgruppe Dahn), die Wasgauhütte am Rimbachsteig bei Schwanheim (Ortsgruppe Schwanheim), das Wanderheim Dicke Eiche über der Queichquelle bei Hauenstein (Ortsgruppe Hauenstein) und die Drachenfelshütte bei Busenberg (Ortsgruppe Busenberg). Die Öffnungstage unterscheiden sich stark; prüfen Sie sie vor dem Besuch beim Verein oder im Verzeichnis der Pfälzerwald-Hütten.

Klettern hat im Wasgau eine lange Tradition, bekannte Gebiete liegen um Annweiler, Hauenstein, Dahn und Erfweiler. Weil seit den 1980er Jahren wieder Wanderfalken an den Felsen brüten, werden einzelne Felsen in der Brutzeit gesperrt. Die Sperrliste legen die Vereinigung der Pfälzer Kletterer und die Naturschutzverbände jedes Jahr gemeinsam fest. Beachten Sie die Sperrschilder auch als Wanderer. Ohne Kletterausrüstung und Erfahrung besteigen Sie nur Felsen, zu denen ein markierter Weg oder eine Steiganlage führt, etwa den Hühnerstein bei Hauenstein.

Wie kommen Sie mit Bahn und Auto in den Wasgau?

Mit der Bahn erreichen Sie den Wasgau über die Strecke Landau–Pirmasens durch das Queichtal, mit Halten unter anderem in Annweiler, Hauenstein und Hinterweidenthal. In Hinterweidenthal Ost zweigt die Wieslauterbahn nach Dahn und Bundenthal-Rumbach ab. Sie wird nur in der Saison bedient, von Mai bis Oktober mittwochs, an Wochenenden und an Feiertagen; außerhalb dieser Zeit fahren Regionalbusse. Fahrpläne und Tarife bündelt der Verkehrsverbund Rhein-Neckar.

Mit dem Auto führt die B 10 am Nordrand des Wasgaus entlang, die B 427 erschließt den Westen und Süden von Hinterweidenthal über Dahn bis Bad Bergzabern, die B 48 verbindet Annweiler mit Bad Bergzabern. An sonnigen Wochenenden herrscht an bekannten Felsen wie dem Teufelstisch oder Braut und Bräutigam in Dahn viel Betrieb. Unter der Woche und außerhalb der Ferien ist es deutlich ruhiger, im Herbst färben Buchen und Kastanien die Hänge. Im Frühjahr sollten Sie vorher die aktuellen Felssperrungen prüfen.

Unterkunft & Camping in der Pfalz

Übernachten lässt sich fast überall: beim Winzer, im Hotel in der Altstadt oder auf dem Campingplatz am Waldrand. Zu Mandelblüte, Wurstmarkt und Weinlesefest früh buchen.

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Pfalz.info ist unabhängig und vermittelt keine Buchungen.

Häufige Fragen zum Wasgau

Ist der Wasgau dasselbe wie das Dahner Felsenland?

Nein. Das Dahner Felsenland ist nur ein Teil des Wasgaus, der Kern um Dahn mit der größten Dichte an Felsen. Der Wasgau umfasst den ganzen Süden des Pfälzerwalds und reicht über die Grenze bis zur Zaberner Steige im Elsass.

Gehören die Nordvogesen zum Wasgau?

Naturräumlich ja. Der französische Teil des Wasgaus wird in Frankreich als Nordvogesen bezeichnet und gehört mit dem Pfälzerwald zum grenzüberschreitenden Biosphärenreservat. Viele Burgen und Felsen liegen nur wenige Kilometer hinter der Grenze und sind zu Fuß erreichbar.

Darf man an den Felsen im Wasgau klettern?

Ja, an vielen Felsen ist Klettern erlaubt, es gelten aber feste Regeln und jährliche Sperrungen zum Schutz brütender Wanderfalken. Die aktuelle Sperrliste veröffentlicht die Vereinigung der Pfälzer Kletterer. Ohne Ausrüstung und Erfahrung bleiben Sie auf den markierten Wegen.

Welcher Berg ist der höchste im Wasgau?

Der höchste Berg des gesamten Wasgaus ist der Große Wintersberg mit 581 Metern im Elsass. Auf deutscher Seite ist es der Rehberg bei Annweiler mit 576,8 Metern, auf dem ein Aussichtsturm von 1862 steht.

Wann ist die beste Zeit für den Wasgau?

Am angenehmsten sind Frühjahr und Herbst, wenn es nicht zu heiß ist und der Laubwald grünt oder sich färbt. Im Sommer spenden die Wälder Schatten, die Felsplateaus heizen sich aber stark auf. An Sommer- und Herbstwochenenden sind die bekannten Felsen gut besucht.

Quellen: Pfalz.Touristik: Erlebnis Dahner Felsenpfad; Pfalz.Touristik: Deutsches Schuhmuseum Hauenstein; Pfalz.Touristik: Badesee Seehofweiher; Verbandsgemeinde Dahner Felsenland: Tourismus; Vereinigung der Pfälzer Kletterer; Verkehrsverbund Rhein-Neckar; Wikipedia: Wasgau; Wikipedia: Dahner Felsenland; Wikipedia: Wieslauterbahn. Stand: Oktober 2026.