Wein & Weinstraße
Pfälzische und Deutsche Weinkönigin: Amt, Wahl und Geschichte
Amt, Wahl im Neustadter Saalbau und die Geschichte seit 1931

Kurz gesagt
Die Pfälzische Weinkönigin vertritt ein Jahr lang das Anbaugebiet Pfalz, die Deutsche Weinkönigin (offiziell Deutsche Weinmajestät) den deutschen Wein insgesamt. Beide werden im Saalbau von Neustadt an der Weinstraße gewählt, im Rahmen des Deutschen Weinlesefestes: die Pfälzischen Weinhoheiten von Pfalzwein, die Deutsche Weinmajestät vom Deutschen Weininstitut. Die erste Pfälzische Weinkönigin wurde 1931 gekrönt.
Was ist der Unterschied zwischen Pfälzischer und Deutscher Weinkönigin?
Die Pfälzische Weinkönigin repräsentiert nur das Anbaugebiet Pfalz, die Deutsche Weinkönigin alle 13 deutschen Anbaugebiete. Beide Ämter sind Ehrenämter auf Zeit mit einem Werbeauftrag für den Wein. Jede der beiden Wahlen hat einen eigenen Veranstalter: Die Pfälzischen Weinhoheiten gehören zu Pfalzwein e. V. in Neustadt, die Deutschen Weinmajestäten sind eine Kampagne des Deutschen Weininstituts (DWI).
Seit einigen Jahren sind die Titel offener formuliert. Das DWI wählt eine „Deutsche Weinmajestät“ mit zwei Prinzessinnen, die Neustädter Stadtverwaltung führt den Wahlabend unter diesem Namen. Pfalzwein nennt auf seiner Seite für 2026/27 eine Weinkönigin, eine Weinhoheit und eine Weinprinzessin; Hintergrund ist, dass sich inzwischen auch Männer um die Ämter bewerben dürfen. Wer das Amt innehat, wechselt jedes Jahr; die aktuellen Namen finden Sie bei Pfalzwein und bei der Kampagne der Deutschen Weinmajestäten.
Wann und wo werden die Weinköniginnen gewählt?
Beide Wahlen finden im Saalbau in Neustadt an der Weinstraße statt, im Rahmen des Deutschen Weinlesefestes. 2026 lief das Fest vom 25. September bis 12. Oktober; die Deutsche Weinmajestät wurde am Eröffnungsabend, dem 25. September, gewählt (der Vorentscheid lag am 19. September), die Pfälzischen Weinhoheiten am Freitag, dem 2. Oktober. Das Weinlesefest 2027 hat die Stadt Neustadt für den 24. September bis 11. Oktober 2027 angekündigt; die einzelnen Wahltermine standen Ende Oktober 2026 noch nicht fest.
Der Wahlort Neustadt ist kein Zufall. Hier fand 1931 die erste Weinkönigin-Wahl statt, und seit 1949 trägt das Fest den Zusatz „Deutsches“, weil dort in der Regel auch die Repräsentantin des Weins aus allen deutschen Anbaugebieten bestimmt wird. In Ausnahmefällen wich das DWI auf andere Städte aus, etwa bei Jubiläen anderer Anbaugebiete. Eine Übersicht über Neustadt an der Weinstraße mit Altstadt, Weinorten und Anreise gibt die Stadtseite.
Wie läuft die Wahl ab?
Bei der Wahl der Deutschen Weinmajestät treten Kandidatinnen und Kandidaten aus den deutschen Anbaugebieten gegeneinander an. Sie stellen sich einer Jury, beantworten Fachfragen zu Wein und Weinbau, und beim Finale am Abend im Saalbau wird die Entscheidung öffentlich verkündet. Dem Finale geht ein Vorentscheid mit der Auswahl der Finalistinnen voraus; 2026 lag er eine Woche vor dem Finale.
Auch in der Pfalz gibt es mehrere Stufen. Bewerben können sich Interessierte, die von weinbautreibenden Gemeinden oder Winzervereinen vorgeschlagen werden oder sich direkt bei Pfalzwein melden, wie Presseberichte zum Ausschreibungsverfahren schildern. Die Kandidatinnen und Kandidaten werden vor der Wahl geschult, und in der Wahl stehen fachliche Prüfungen, zum Beispiel eine Weinprobe, auf dem Programm. Die genauen Regeln ändern sich von Jahr zu Jahr; verbindlich sind die Angaben von Pfalzwein und DWI.
| Wahl | Veranstalter | Ort | 2026 |
|---|---|---|---|
| Pfälzische Weinhoheiten | Pfalzwein e. V. | Saalbau Neustadt | 2. Oktober |
| Deutsche Weinmajestät | Deutsches Weininstitut | Saalbau Neustadt | 25. September (Vorentscheid 19. September) |
Gewählt wird jeweils ein Trio, nicht eine einzelne Person. Das DWI nennt für die aktuelle Ausgabe eine Deutsche Weinkönigin und zwei Deutsche Weinprinzessinnen, Pfalzwein führt für 2026/27 eine Pfälzische Weinkönigin, eine Weinhoheit und eine Weinprinzessin. Alle drei repräsentieren den Wein bei Terminen; wie sie diese untereinander aufteilen, regeln die Veranstalter.

Was machen die Weinhoheiten im Amtsjahr?
Sie vertreten den Wein bei Festen, Messen und Empfängen. Pfalzwein beschreibt die Aufgabe der Pfälzischen Weinhoheiten so: Sie repräsentieren die Pfalz bei Veranstaltungen, Weinmessen und Begegnungen im In- und Ausland, erzählen von den Menschen hinter den Weinen und bringen ihr Fachwissen ein.
Die Deutschen Weinmajestäten sind nach Angaben des DWI Teil eines „einjährigen, repräsentativen Amtes“. Sie besuchen in ihrem Jahr alle 13 deutschen Anbaugebiete und arbeiten zugleich als Botschafter für deutschen Wein im Ausland; 2026 reisten sie zum Beispiel mit einer Delegation nach Warschau. Das DWI beschreibt die Amtierenden außerdem als Content Creator, die für Reichweite in den Medien sorgen. Was die jeweils Amtierenden öffentlich tun, zeigen die Seiten der Veranstalter.
Seit wann gibt es die Weinkönigin?
Die erste Weinkönigin wurde 1931 in Neustadt gekrönt, auf Initiative des Verlegers Daniel Meininger als Vorsitzender des Verkehrsvereins. Das geht aus der Festgeschichte der Stadt Neustadt hervor. Seitdem hat sich das Amt von einer reinen Schönheitskönigin zu einer Botschafterin mit Fachwissen gewandelt.
| Jahr | Ereignis |
|---|---|
| 1909 | erster Winzerfestumzug in Neustadt |
| 1929 | neues Weinfest, der Neue Wein erhält erstmals einen Namen |
| 1931 | erste Wahl der Pfälzischen Weinkönigin (aus Pirmasens) |
| 1949 | Beschluss in Oppenheim, alle Anbaugebiete einzubeziehen; erste Deutsche Weinkönigin, Name „Deutsches Weinlesefest“ |
| 2024 | Männer können sich um die Pfälzische Weinhoheit bewerben |
| 2025 | Wahl der Deutschen Weinmajestät, geschlechterneutral |
Die Stadt Neustadt benennt als erste Pfälzische Weinkönigin eine junge Frau aus Pirmasens, also aus einer Stadt, in der kein Weinbau betrieben wird. Das passt zur Geschichte der Wahl: In der Anfangszeit stand die Werbewirkung im Vordergrund, nicht die Herkunft aus einer Winzerfamilie. Heute verlangen die Veranstalter dagegen Fachwissen und eine Verbundenheit mit dem deutschen Wein.
Die Weinkönigin gehört in die gemeinsame Weinwerbung der Zwischenkriegszeit. In dieselbe Phase fällt die Gründung der Deutschen Weinstraße 1935, die die Seite zur Deutschen Weinstraße mit ihrem zeitgeschichtlichen Hintergrund darstellt.
Wie erlebt man Krönung und Wahl?
Die Wahlabende im Saalbau sind Veranstaltungen mit Eintrittskarten; Verkaufsstellen und Preise nennen die Veranstalter und die Tourist-Information Neustadt. Das Festgelände des Weinlesefestes mit dem Weindorf Haiselscher ist dagegen frei zugänglich. Höhepunkt für Zuschauer ohne Karte ist der Große Winzerfestumzug am zweiten Oktobersonntag, der 2026 am 11. Oktober stattfand.
Auch kleinere Weinfeste haben ihre eigenen Hoheiten. Bei der Deidesheimer Weinkerwe wird zum Beispiel am ersten Festtag, dem 7. August 2026, die neue Weinprinzessin gekrönt. Einen Überblick über die Feste der Saison gibt der Weinfest-Kalender; allgemein zum Thema Wein informiert der Hub Wein und Weinstraße.
Die Krönung ist nur ein Teil des Weinlesefestes. Nach dem Programm der Stadt Neustadt gehören zum Fest außerdem das Weindorf Haiselscher auf dem Bahnhofsvorplatz mit Wein, Schorle, Neuem Wein und Pfälzer Küche, ein Jahrmarkt, das Weinfestival auf dem Hetzelplatz und die Große Pfalzweinprobe der Weinbruderschaft der Pfalz, die 2026 zum 60. Mal stattfand. Neustadt ist gut mit dem Zug erreichbar: Der Bahnhofsvorplatz gehört zum Festgelände. Wer mehr über die Stadt und ihre Weinorte wissen möchte, findet das auf der Seite Neustadt an der Weinstraße, die Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln erklärt die Seite Mit Bus und Bahn durch die Pfalz.
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Pfalz.info ist unabhängig und vermittelt keine Buchungen.
Häufige Fragen zu den Pfälzer Weinhoheiten
Wie lange dauert das Amt?
Die Amtszeit beträgt ein Jahr. Sie beginnt mit der Wahl im Herbst und endet mit der Wahl der Nachfolgerin oder des Nachfolgers im nächsten Jahr. Die Pfälzische Weinhoheit kann sich nach einem Jahr für das Amt der Deutschen Weinmajestät bewerben.
Müssen Bewerberinnen aus einer Winzerfamilie stammen?
Nein, nicht mehr. Nach Darstellung der Fachpresse galt für die Deutsche Weinkönigin bis 1999, dass sie ledig sein und aus einer Winzerfamilie stammen musste. Seit dem Jahr 2000 reicht eine enge Verbundenheit mit dem deutschen Wein, nachgewiesen durch Ausbildung, familiäre Bindung oder die Position als Gebietsweinkönigin. Das Mindestalter beträgt 18 Jahre.
Gibt es auch Weinköniginnen in einzelnen Orten?
Ja. Viele Weinorte und Feste haben eigene Weinköniginnen oder Weinprinzessinnen, die bei den örtlichen Weinfesten gekrönt werden. Sie sind nicht dasselbe wie die Pfälzische Weinkönigin, aber oft der erste Schritt, denn Orte und Winzervereine können Kandidatinnen und Kandidaten für die Pfälzische Wahl vorschlagen.
Warum heißt es jetzt Weinmajestät?
Seit der Wahl 2025 ist die Bewerbung für das Amt der Deutschen Weinmajestät geschlechtsneutral ausgeschrieben. Wer als Frau gewählt wird, ist Deutsche Weinkönigin, ein gewählter Mann würde „Weinkönig“ heißen. Die Pfalz verwendet für die Gesamtheit der Ämter den Begriff Weinhoheit.
Quellen: Stadt Neustadt an der Weinstraße: Deutsches Weinlesefest (mit Festgeschichte); Pfalzwein e. V.: Pfälzische Weinhoheiten; Deutsches Weininstitut: Deutsche Weinmajestäten; Urlaubsregion Deidesheim: Deidesheimer Weinkerwe; Wikipedia: Deutsche Weinkönigin und Pfälzische Weinkönigin; Wochenblatt-Reporter: Wahl der Pfälzischen Weinhoheiten. Stand: Oktober 2026.