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Wein & Weinstraße

Weinanbaugebiet Pfalz: Rebfläche, Bereiche und Lagen in Zahlen

Rebfläche, Sorten, Bereiche und Ernten nach der amtlichen Statistik

Stand: · 8 Min. Lesezeit

Mosaik aus vielen kleinen Rebparzellen mit Nussbäumen, ein Dorf mit Kirchturm und dahinter die Haardt im Dunst
Vorderpfalz Rebparzellen bis zum Horizont: die Pfalz ist das zweitgrößte deutsche Anbaugebiet. Symbolbild

Kurz gesagt

Das Weinanbaugebiet Pfalz umfasst 23.640 Hektar bestockte Rebfläche (2025) und ist nach Rheinhessen das zweitgrößte Deutschlands, mit rund 23 Prozent der deutschen Rebfläche. Es gliedert sich in zwei Bereiche, 25 Großlagen und rund 325 Einzellagen. Riesling steht auf 24,9 Prozent der Fläche, gut 31 Prozent tragen rote Sorten.

Wie groß ist das Weinanbaugebiet Pfalz?

Das Weinanbaugebiet Pfalz hatte 2025 nach dem Statistischen Landesamt Rheinland-Pfalz 23.640 Hektar bestockte Rebfläche, 0,6 Prozent weniger als im Vorjahr. Das sind rund 23 Prozent der deutschen Rebfläche (bundesweit gut 103.000 Hektar, Stand 2024) und 36,5 Prozent der Fläche in Rheinland-Pfalz. Größer ist nur Rheinhessen mit 27.657 Hektar.

„Bestockt“ heißt: Gezählt werden alle mit Keltertrauben bepflanzten Flächen, auch junge Anlagen, die noch keinen Ertrag bringen. Grundlage ist die EU-Weinbaukartei, die die Landwirtschaftskammer führt; Stichtag ist jeweils der 31. Juli. Weil Betriebe jede Pflanzung und Rodung melden müssen, handelt es sich um eine Vollerhebung. Andere Statistiken, etwa die Agrarstrukturerhebung, zählen nach anderen Regeln und kommen deshalb auf leicht abweichende Werte. Ältere Angaben wie „228 Quadratkilometer“ beziehen sich auf frühere Jahre.

Anbaugebiet (Rheinland-Pfalz)Rebfläche 2024Rebfläche 2025
Rheinhessen27.671 ha27.657 ha
Pfalz23.787 ha23.640 ha
Mosel (rheinland-pfälzischer Teil)8.315 ha8.158 ha
Nahe4.234 ha4.166 ha
Ahr533 ha535 ha
Mittelrhein (rheinland-pfälzischer Teil)431 ha418 ha
Rheinland-Pfalz insgesamt65.091 ha64.694 ha

Gemessen an der Region ist das Anbaugebiet klein: Nur gut vier Prozent der rund 5.450 Quadratkilometer der Pfalz sind mit Reben bestockt. Sie konzentrieren sich auf den Streifen am Haardtrand entlang der Deutschen Weinstraße, dazu kommen einige Weinorte in der Rheinebene sowie im Zellertal und am Donnersberg im Norden. Andere Täler der Nordpfalz an Alsenz und Glan gehören weinrechtlich zum Anbaugebiet Nahe.

Welche Rebsorten dominieren die Rebfläche?

Riesling dominiert mit 5.926 Hektar oder 24,9 Prozent der Rebfläche (2024), es ist die größte Riesling-Fläche aller deutschen Anbaugebiete. Danach folgen mit deutlichem Abstand Dornfelder, Grauburgunder, Spätburgunder und Müller-Thurgau. Die zehn größten Sorten nehmen zusammen fast 79 Prozent der Fläche ein, der Rest verteilt sich auf zahlreiche weitere Sorten, von denen viele nur wenige Hektar einnehmen.

RangSorteFarbeFläche 2024Anteil
1Rieslingweiß5.926 ha24,9 %
2Dornfelderrot2.411 ha10,1 %
3Grauburgunder (Ruländer)weiß2.235 ha9,4 %
4Spätburgunderrot1.757 ha7,4 %
5Müller-Thurgauweiß1.563 ha6,6 %
6Weißburgunderweiß1.506 ha6,3 %
7Chardonnayweiß1.003 ha4,2 %
8Portugieserrot994 ha4,2 %
9Sauvignon blancweiß804 ha3,4 %
10Kernerweiß567 ha2,4 %

Weiße Sorten standen 2025 auf 16.265 Hektar (68,8 Prozent), rote auf 7.375 Hektar (31,2 Prozent). Ältere Angaben von „60 zu 40“ stammen aus der Zeit um 2009, als der Rotweinanteil mit 38,5 Prozent seinen Höhepunkt hatte. Trotz des Rückgangs ist die Pfalz nach Angaben des Deutschen Weininstituts das größte Rotweingebiet Deutschlands. Auch bei einigen internationalen Sorten hat sie großes Gewicht: Rund 40 Prozent der deutschen Sauvignon-blanc-Fläche und etwa die Hälfte des deutschen Merlots stehen in der Pfalz. Sortenporträts und Stile beschreibt die Seite zu den Rebsorten der Pfalz.

Wie sind Bereiche, Großlagen und Einzellagen gegliedert?

Das Anbaugebiet besteht aus zwei etwa gleich großen Bereichen: der Südlichen Weinstraße von der elsässischen Grenze bis zum Südrand von Neustadt und der Mittelhaardt-Deutsche Weinstraße von Neustadt bis zur Grenze nach Rheinhessen. Diese Einteilung geht auf die Verwaltungsreform von 1969 zurück; früher sprach man von Ober-, Mittel- und Unterhaardt.

BereichRebfläche 2025Riesling-AnteilRotwein-AnteilGrößte Sorten nach Riesling
Südliche Weinstraße12.725 ha18,2 %31,9 %Dornfelder, Grauburgunder, Müller-Thurgau
Mittelhaardt-Deutsche Weinstraße10.916 ha32,7 %30,4 %Dornfelder, Spätburgunder, Grauburgunder

Die Zahlen bestätigen das bekannte Bild: Die Mittelhaardt ist das Riesling-Land der Pfalz, im Süden haben Grauburgunder, Weißburgunder und andere Sorten mehr Raum. Unterhalb der Bereiche stehen nach dem Lagenverzeichnis der Landwirtschaftskammer (Stand Ernte 2024) 25 Großlagen, neun im Süden und 16 in der Mittelhaardt, sowie rund 325 Einzellagen. Eine Einzellage ist ein abgegrenzter Weinberg, oft mit altem Flurnamen; eine Großlage fasst mehrere Einzellagen benachbarter Orte zusammen.

Das Weinrecht ist hier im Umbruch. Seit 2021 gilt für Qualitäts- und Prädikatsweine eine vierstufige Herkunftspyramide: Gebiet, Region, Ort und Lage, an der Spitze Erste und Große Gewächse. Großlagennamen dürfen künftig nur noch mit dem vorangestellten Wort „Region“ verwendet werden. Für Weine mit geschützter Ursprungsbezeichnung gilt eine Übergangsfrist bis einschließlich Jahrgang 2025. Was die einzelnen Lagenbegriffe bedeuten und welche Pfälzer Lagen berühmt sind, erklärt die Seite über die Weinlagen der Pfalz.

Welche Böden und welches Klima prägen das Anbaugebiet?

Die Vielfalt der Pfälzer Weine hat ihren Grund vor allem in der Lage am Haardtrand: Der Pfälzerwald im Westen schützt die Weinberge vor Westwind und hält einen Teil des Regens ab, die Hänge öffnen sich nach Osten und Süden zur Sonne. In der EU gehört das Gebiet zur Weinbauzone A. In Neustadt an der Weinstraße fallen im Jahr nur rund 600 Millimeter Niederschlag, und weil kalte Nachtluft von den Hängen in die Ebene abfließt, sind die Lagen am Haardtrand weniger durch Spätfrost gefährdet als flache Senken.

Die Böden bestehen meist aus Mischungen von Sand, Lehm, Mergel und Ton, deren Anteile von Ort zu Ort wechseln; am Waldrand kommt verwitterter Buntsandstein hinzu, bei Forst am Pechsteinkopf Basalt. Im Bereich Südliche Weinstraße sind die Böden lehmhaltiger, nährstoffreicher und schwerer, in der Mittelhaardt leichter und durchlässiger. Leichte Böden erwärmen sich schneller, und die Reben wurzeln tiefer; darin sieht man einen Grund dafür, dass viele Spitzenlagen zwischen Neustadt und Bad Dürkheim liegen, während der Süden höhere Erträge bringt. Die Rebflächenstatistik spiegelt das: Riesling hat in der Mittelhaardt einen fast doppelt so hohen Anteil wie im Süden.

Rötlicher sandiger Boden mit Steinen zwischen den Rebzeilen und ein alter knorriger Rebstamm
Weinberg Sand, Lehm, Sandstein: Die Böden wechseln auf engem Raum. Symbolbild

Wie viel Wein wird in der Pfalz geerntet?

Die Pfälzer Winzer ernten in einem normalen Jahr gut zwei Millionen Hektoliter Weinmost. 2024 waren es nach der Statistik des Deutschen Weininstituts rund 2,2 Millionen Hektoliter, vier Prozent weniger als 2023 und etwa so viel wie im Durchschnitt der Jahre 2013 bis 2023. Für 2026 schätzt das Statistische Landesamt (Stand Ende September) rund 2,1 Millionen Hektoliter, 11,4 Prozent mehr als 2025. Hitze und Trockenheit ließen die Beeren 2026 kleiner bleiben, führten aber zu einem sehr frühen Lesebeginn und guter Reife.

JahrHektarertrag PfalzHektarertrag Deutschland
2018109 hl/ha104 hl/ha
201992 hl/ha83 hl/ha
2020100 hl/ha84 hl/ha
202196 hl/ha85 hl/ha
2022100 hl/ha90 hl/ha
2023104 hl/ha86 hl/ha
202495 hl/ha78 hl/ha
Mittel 2010–202497 hl/ha88 hl/ha

Die Pfalz liegt beim Ertrag je Hektar fast immer über dem deutschen Mittel, zusammen mit Rheinhessen an der Spitze. Aus der Ernte 2024 entstanden 1,72 Millionen Hektoliter Wein, das waren 23,6 Prozent der deutschen Erzeugung. 88,5 Prozent davon waren Qualitätsweine, 9,4 Prozent Prädikatsweine und 1,7 Prozent Deutscher Wein oder Landwein. Bei der amtlichen Qualitätsweinprüfung wurden 2024 rund 1,8 Millionen Hektoliter Pfälzer Wein geprüft, davon gut zwei Drittel Weißwein, der Rest Rotwein und Rosé.

Welche Betriebe erzeugen den Pfälzer Wein?

Den Pfälzer Wein erzeugen Weingüter, die ihre Trauben selbst ausbauen und abfüllen, Winzergenossenschaften, in denen viele Mitglieder ihre Ernte gemeinsam verarbeiten, sowie Kellereien und Sekthersteller, die Trauben, Most oder Fasswein zukaufen. Daneben gibt es Winzer, die ihre gesamte Ernte an Genossenschaften oder Kellereien abgeben. In mengenmäßiger Hinsicht haben große Genossenschaften die traditionellen Weingüter längst überholt; das Ansehen des Gebiets prägen dagegen oft die selbst vermarktenden Betriebe.

Die amtliche Statistik weist Betriebszahlen vor allem bundesweit aus. Nach Destatis gab es 2023 in Deutschland 14.150 Betriebe mit mindestens einem halben Hektar Reben, gut 30 Prozent weniger als 2010, während ihre Rebfläche leicht stieg. Die Betriebe werden also deutlich größer: Fast 42.000 Hektar bewirtschafteten 2023 Betriebe mit 20 Hektar und mehr. Ältere Angaben für die Pfalz von rund 3.600 Betrieben stammen aus früheren Jahren und sind heute nicht mehr aktuell belegt. Für Besucher bedeutet die Vielfalt: Vom kleinen Familienweingut mit Hofverkauf bis zur großen Vinothek ist alles vertreten; wie man dort probiert und kauft, zeigt die Seite zur Weinprobe in der Pfalz.

Wie verändert sich der Weinbau in der Pfalz?

Die Gesamtfläche ist seit Jahrzehnten nahezu stabil, doch der Sortenspiegel hat sich stark verschoben. Müller-Thurgau, Kerner, Silvaner und Portugieser haben seit 1999 jeweils mehr als die Hälfte ihrer Fläche verloren. Dornfelder wuchs bis etwa 2009 auf über 3.100 Hektar und geht seither zurück. Gewonnen haben Riesling, die Burgundersorten, Chardonnay und Sauvignon blanc, der 1999 praktisch nicht vorhanden war.

Sorte19992009202020242025
Riesling4.9355.5465.9245.9265.883
Müller-Thurgau4.1312.2981.7411.5631.530
Dornfelder1.6353.1382.8052.4112.346
Portugieser2.5242.0921.218994962
Grauburgunder5111.0701.9052.2352.231
Weißburgunder6219131.3931.5061.506
Spätburgunder9901.5821.7011.7571.760
Sauvignon blanc4224663804816
Rotwein-Anteil25,1 %38,5 %33,8 %31,4 %31,2 %
Rebfläche gesamt23.33823.46723.72123.78723.640

Alle Werte in Hektar; Quelle ist die Rebflächenstatistik des Landesamts. Neu sind pilzwiderstandsfähige Sorten, kurz Piwis, die weniger Pflanzenschutz brauchen: Cabernet blanc wuchs von 104 Hektar (2020) auf 173 Hektar (2025), Souvignier gris von 6 auf 101 Hektar. Der Klimawandel zeigt sich in früheren Lesezeiten, häufigeren Trockenphasen und Spätfrostrisiken nach frühem Austrieb; 2026 begann die Lese nach dem sehr heißen Sommer ungewöhnlich früh. Wie sich diese Entwicklung im Jahreslauf auswirkt, beschreibt der Überblick im Bereich Wein aus der Pfalz, die langjährigen Mittelwerte stehen auf der Seite zum Klima in der Pfalz.

Unterkunft & Camping in der Pfalz

Übernachten lässt sich fast überall: beim Winzer, im Hotel in der Altstadt oder auf dem Campingplatz am Waldrand. Zu Mandelblüte, Wurstmarkt und Weinlesefest früh buchen.

  • Weingut & Gästezimmer

    Viele Weingüter vermieten Zimmer oder Ferienwohnungen, oft mit Weinprobe im Hof.

    Übernachten beim Winzer
  • Hotel & Ferienwohnung

    Bad Dürkheim, Deidesheim, Neustadt, Landau und Bad Bergzabern bieten die größte Auswahl.

    Hotels in der Pfalz
  • Camping & Wohnmobil

    Plätze am Rand des Pfälzerwalds, an Badeseen und Stellplätze bei Weingütern.

    Camping in der Pfalz

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Pfalz.info ist unabhängig und vermittelt keine Buchungen.

Häufige Fragen zum Weinanbaugebiet Pfalz

Ist die Pfalz das größte Weinanbaugebiet Deutschlands?

Nein, sie ist das zweitgrößte. Rheinhessen hatte 2025 mit 27.657 Hektar gut 4.000 Hektar mehr Rebfläche als die Pfalz mit 23.640 Hektar. Beim Riesling und beim Rotwein hat die Pfalz jedoch die größten Flächen in Deutschland.

Wie viele Weinlagen gibt es in der Pfalz?

Das Lagenverzeichnis der Landwirtschaftskammer Rheinland-Pfalz führt für die Pfalz 25 Großlagen und rund 325 Einzellagen (Stand Ernte 2024). Durch die Reform des Weinrechts verlieren Großlagen an Bedeutung; ihre Namen erscheinen künftig mit dem Zusatz „Region“ auf dem Etikett.

Wie viel Prozent Rotwein werden in der Pfalz angebaut?

2024 trugen 31,4 Prozent der Rebfläche rote Sorten, 2025 waren es 31,2 Prozent. Am höchsten lag der Anteil um 2009 mit 38,5 Prozent; seither pflanzen die Winzer wieder mehr weiße Sorten.

Woher stammen die Zahlen zur Pfälzer Rebfläche?

Die Rebflächen ermittelt das Statistische Landesamt Rheinland-Pfalz jährlich aus der EU-Weinbaukartei der Landwirtschaftskammer, Stichtag ist der 31. Juli. Erntemengen und Erzeugung stammen aus der amtlichen Weinmost- und Weinerzeugungsstatistik, die das Deutsche Weininstitut zusammenfasst.

Wird die Rebfläche in der Pfalz kleiner?

Kaum: Seit 1999 schwankt sie zwischen gut 23.300 und knapp 23.800 Hektar. Von 2024 auf 2025 ging sie um 0,6 Prozent zurück, ähnlich wie im ganzen Land. Deutlich stärker verändert sich, welche Sorten auf dieser Fläche stehen.

Quellen: Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz: Bestockte Rebflächen 1999–2025 (C I – j/25); Statistisches Landesamt: Bestockte Rebflächen 2024 (C I – j/24); Statistisches Landesamt: Rund 5,5 Millionen Hektoliter Weinmost erwartet; Deutsches Weininstitut: Deutscher Wein Statistik 2025/2026; Landwirtschaftskammer Rheinland-Pfalz: Weinlagen, Stand Ernte 2024; Deutsches Weininstitut: Herkunftspyramide; Deutsches Weininstitut: Anbaugebiet Pfalz; Wikipedia: Pfalz (Weinanbaugebiet). Stand: Oktober 2026.